14.11.2018

Eine Moderation über: Was ist Erfolg? Was Karriere? Welche Kompetenzen brauche ich?

Genau die Fragen standen Anfang November im Mittelpunkt des „Women in Red – Ladies Lunch“ bei Norton Rose Fulbright zum Thema „Karriere-Drehpunkte – Seitenwechsel beleuchten“.

Etwa 50 Teilnehmerinnen – vorwiegend aus den umliegenden Banken und Großunternehmen – waren gekommen, um zu hören, welche Erfahrungen die drei Frauen auf dem Podium mit persönlichen Seitenwechseln und Drehpunkten in ihrer Karriere gemacht haben. Im Gespräch mit mir waren Dr. Caroline Herkströter, Chef-Justitiarin der Deka-Bank und Bettina Trittmann, Juristin, Coach und Moderatorin für Entwicklungsprozesse in Organisationen.

Die einen, die gekommen waren, denken schon länger über einen Wechsel nach, die anderen fragen sich, ob es denn auch mit Anfang 50 noch realistisch ist, neu durchzustarten. Und dazwischen liegen viele Perspektiven, die nach dem moderierten Gespräch in einer nicht enden wollenden, lebhaften Fragerunde offen und neugierig angesprochen und diskutiert wurden. Was ist Erfolg? Was Karriere? Welche Kompetenzen brauche ich? Was passiert, wenn ich nach dem Seitenwechsel mit der Kultur des neuen Unternehmens gar nicht zurechtkomme?

Es war für mich als Moderatorin interessant, von vorne die Gesichter und Reaktionen zu beobachten, die mal hoch konzentriert, dann wieder nachdenklich, zwischendrin durchaus amüsiert und dann auch wieder fragend waren. Tja, und danach hat so manche Teilnehmerin sicherlich ihre Mittagspause sehr strapaziert, weil der spätere Austausch zu professionellen Seitenwechseln einfach weiter spannend blieb. Denn je nach Lebenssituation, nach Vorerfahrungen und besonders auch nach der Persönlichkeit des jeweiligen Menschen verbinden sich mit Drehpunkten im Leben andere Motive, Ängste, Hürden, Wünsche und Erwartungen.

Der weite, offene Blick aus der 26. Etage über die Frankfurter Dächer hinweg in die Ferne stand an diesem Tag fast sinnbildlich für persönliches Wachstum, das aus meiner Erfahrung immer wieder zu Seitenwechseln führt. Daneben braucht es dann auch das Quäntchen Mut, den Schritt zu gehen, um dem eigenen nächsten Ziel näherzukommen. Es war eine inspirierende Begegnung mit sehr engagierten Frauen.

Die Erkenntnisse aus der lebhaften Diskussion möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

  • Gewinnen Sie Klarheit darüber, welche ganz persönliche Haltung Sie zum Thema Karriere und Erfolg haben. Soll es für Sie höher und weiter gehen? Und bringen Sie den nötigen Gestaltungswillen und die Energie dafür mit? Dann leiten Sie mutig die entsprechenden Schritte in die Wege und lassen sich nicht beirren. Nehmen Sie ohne Zögern und mit Zutrauen zu den eigenen Stärken das Ruder in die Hand – auch wenn Sie noch nicht alles über die neue Rolle wissen und fachlich auch noch nicht jedes Detail beherrschen.
  • Es ist aber auch absolut in Ordnung zu sagen: „Nein, ich folge meiner Intuition und mache die Dinge, die mir Spaß machen und vielleicht nicht auf den ersten Blick Status garantieren. Meine persönliche Definition von Erfolg ist anders.“ Sie alleine tragen die Verantwortung für Ihre Entscheidung. Nur – handeln Sie bewusst und überlegt. Oftmals stellt sich erst viel später heraus, dass es einen nicht auf Anhieb erkennbaren roten Faden gibt.
  • Bleiben Sie distanziert kritisch gegenüber Ihrer aktuellen Position und loten aus, ob sie noch Ihrem Potenzial und Ihren Motiven entspricht. Selbst ein Fehlgriff bei einer Anschlussposition ist kein K.-o.-Kriterium im Lebenslauf. Es braucht lediglich eine nachvollziehbare Erklärung.
  • Kann man alle Unwegsamkeiten vor einem Karriereschritt oder gar vor einem „Wechsel der Schreibtischseite“ bedenken? Sicherlich nicht. Wenn die Komfortzone dann doch etwas zu eng wird und Neues verlockend erscheint: Handeln Sie gut informiert. Sammeln Sie Informationen – über die Medien, in Netzwerken, im Kollegenkreis ... Und stellen Sie entsprechende Fragen, sobald Sie mit dem Headhunter oder dem Line Manager über eine attraktive Position sprechen. Und dann heißt es „springen“.
  • Der Wechsel in eine Teilzeitposition auf Führungsebene ist auch heute noch außerordentlich selten, in manchen Unternehmen immer noch undenkbar.

„There is no elevator to success, you need to take the stairs.“
Viel Erfolg!

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