14.06.2018

Wenn Leistungsanforderungen die Sicht vernebeln

Ihr Kopf ist voll. Sie haben die 50 neuen E-Mails in Ihrem Posteingang noch nicht durcharbeiten können, wissen aber von mindestens zweien, die Ihre ausschließliche Aufmerksamkeit brauchen, Ihr Kaffee ist wieder einmal kalt geworden, das Team wartet noch immer auf Feedback zu einem Konzept. Und anstatt Ihren wichtigen Aufgaben nachkommen zu können, steht jetzt auch noch ein Meeting an ... schon wieder. Absagen ist keine Alternative. Mittlerweile reiht sich ein Meeting an das nächste und die Themen auf der Agenda nehmen zu anstatt ab.

Back-to-back-Meetings sind nur eine Konsequenz von Überforderung und Überlastung im Alltag. Es ist wie ein Teufelskreis. Meetings werden aus Zeitmangel nicht richtig vorbereitet und laufen ins Leere. Anstatt die Themen der Agenda zügig und konzentriert abzuarbeiten, sind alle viel zu sehr damit beschäftigt, in Parallelwelten zu denken, E-Mails zu checken oder andere Informationen zu verarbeiten.

Zeitdruck beeinträchtigt Entscheidungsfreude

Stress und Druck nehmen zu. Die Dringlichkeiten steigen, doch Entscheidungen verlangsamen sich. 

Der schnelle und dynamische Wandel der heutigen Zeit stellt hohe Anforderungen an Leadership. Das lässt besonders Menschen in verantwortungsvollen Funktionen, die jeden Tag Entscheidungen treffen müssen, keine Zeit, Themen zu priorisieren und zu reflektieren. Das aber braucht es, um selbstbewusst, klar und wirksam zu agieren. Die Menschen spüren selbst, dass sie ihrer Führungsrolle nicht mehr gerecht werden, und dass Durchsetzungs- und Leistungsfähigkeit abnehmen. Dies ist bereits für die Ist-Situation fatal. Noch mehr blockiert es Kraft und Energie, neue Wege zu gehen und Entwicklungsprozesse zu initiieren.

Als Entscheider stehen Sie jeden Tag vor der Herausforderung, die richtigen Dinge zu tun, unter Umständen auch schnell. Und dies gelingt in der täglichen operativen Verstrickung nicht.

Der Ausweg aus Druck und Überlastung: Mut

  • Wenn Sie etwas ändern wollen, um wieder an Stärke zu gewinnen, braucht es all Ihren Mut und Ihre Energie, den Einwand „Es geht aber nicht anders. Die Rahmenbedingungen zwingen mich“ zur Seite zu stellen und sich eine neue Einstellung zu eigen zu machen. Es geht immer auch anders! Sie entscheiden. Nur so werden Sie vom Getriebenen zum Gestalter.
  • Planen Sie täglich ein persönliches Zeitfenster, in dem Sie über eines Ihrer wichtigen persönlichen Ziele nachdenken. So finden Sie Ihre eigene Linie und verwirklichen eigene Wertvorstellungen.
  • Analysieren Sie Ihre Aufgabe und Rolle. Dann wird sehr schnell klar, was Sie von allen vermeintlich wichtigen Anfragen getrost absagen oder delegieren können.
  • Planen Sie mit Ihrem Team und Ihren Peers, wie Sie gemeinsam eine neue Kultur in der Zusammenarbeit etablieren können und was Sie alle in dieser neuen Art der Zusammenarbeit brauchen.
  • Seien Sie sich selbst gegenüber verbindlich. 

Viel Erfolg dabei. Carmen Abraham

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