27.03.2019

Sinn – Purpose – Meaningfulness – Consciousness

Wie gut erkenne ich, was mich morgens mit leuchtenden Augen aufstehen lässt?

Weit davon entfernt, eine Opernkennerin zu sein, war ich vor wenigen Tagen fasziniert von einem aspekte-Bericht im ZDF, der von der neuen Inszenierung von Brigitte Fassbaender am Theater Kiel handelte. Eine Opernlegende, die in den großen Opernhäusern der Welt aufgetreten ist. In diesem Jahr wird sie ihren 80. Geburtstag feiern! Mit 56 Jahren startete sie vier weitere Karrieren! Als Regisseurin, Gesangspädagogin, Festivalleiterin, Intendantin. Was für eine Leidenschaft, Energie, was für eine Kraft und Kompromisslosigkeit sprechen aus diesem Beispiel, wie ein eigener Weg gestaltet werden kann.

Auf der Suche nach Sinn
Dagegen mutet es traurig an, von den Ergebnissen einer 2018 erschienenen Studie zu lesen, an der die New York University mitwirkte. Zwei Drittel der arbeitenden amerikanischen Bevölkerung findet weder Erfüllung noch Sinn in ihrer Tätigkeit!

Ebenfalls in 2018 beschäftigte sich in Deutschland Boston Consulting aus ganz anderer, nämlich der Recruiting-Perspektive mit dem Thema Sinnsuche: Was treibt Millennials in ihrer Berufswahl an? Ergebnis: Ein Drittel sucht bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber nach einer sinnstiftenden Beschäftigung.

Was lernen wir daraus?
Die, die wir vielleicht nicht das großartige Talent von Brigitte Fassbaender mitbringen, aber doch auf unsere Weise Besonderes leisten wollen: Was können wir tun, um unsere Antriebsfeder, den innersten Kern unseres täglichen Tuns zu finden? Organisationen, Parteien, die Kirche können immer nur Angebote an sinnhaften Tätigkeiten machen. Was aber für den Einzelnen Sinn bedeutet, wo sein ganz eigener Purpose liegt, weiß nur er selbst! Das herauszufinden, ist seine ureigenste Aufgabe und Verantwortung.

Häufig spreche ich mit Topmanagern, die Status, Geld und Macht in ihrem Leben erreicht haben. Aber dennoch sind sie unzufrieden, sie strahlen nicht, haben Ängste, blicken mit Sehnsucht auf ihren letzten Tag im Unternehmen. Und das alles, weil sie kein Karriererisiko für die Erfüllung ihres ganz persönlichen Sinns eingehen wollten.

Mut haben, über die äußeren Grenzen hinauszudenken
Meine Erkenntnis aus vielen Jahren Berufstätigkeit: Karriererisiken entstehen genau an dieser Stelle. Wirksamkeit entsteht jedoch, wenn über diese äußeren Grenzen hinausgedacht wird. Und das auf jeder Stufe der Karriere.

Führung beginnt beim Selbst. Vier Leitfragen zur bewussten und klaren Standortbestimmung

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre bewusste und klare Standortbestimmung. Und seien Sie dabei offen und ehrlich mit sich.

  1. Welche Werte sind mir wirklich wichtig und nach welchen möchte ich handeln und mein Umfeld gestalten?
  2. Was davon lebe ich heute tatsächlich? Was tue ich jeden Tag? Und was fehlt?
  3. Was ist meine ureigene Triebfeder? Was macht mir Spaß?
  4. Wenn ich in zehn Jahren zurückschaue, welche Meilensteine sollen meinen Weg markieren?

Schonungslosigkeit im Rückblick sich selbst gegenüber ist erlaubt. Aber nehmen Sie die Erkenntnisse als Chance und nicht als Vorwurf gegenüber Ihrem bisherigen Handeln. Setzen Sie sich Ziele, was Sie umsetzen wollen und starten Sie. In diesem Sinne ist Brigitte Fassbaender, da wo sie heute steht, ein wunderbares Vorbild.

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