07.05.2020

Wo sind die Freiheiten größer – im Free-Jazz oder bei einer Sonate von Ludwig van Beethoven?

Igor Levit sagte im April in einer aspekte-Sendung er fühle sich – so sinngemäß – in einer Beethoven-Sonate freier als im Free-Jazz: „Das ist meine Sprache.“ Freiheit sei für ihn das Vertrauen in sich selbst, in die Vorstellungskraft und zu entscheiden, ob ihm persönlich etwas gefalle oder nicht. Und er machte es auch für einen Nicht-Musiker wie mich nachvollziehbar, indem er spontane, „freie“ Variationen von berühmten Kompositionen anspielte. Freiheit sorgte in den letzten Wochen für viel Diskussionsstoff in der Politik, Philosophie, Talkshow-Runden, Medien und sogar in individuellen Webinaren. Mit den Worten der Musik hat Igor Levit eine persönliche und ganz andere Perspektive ergänzt.

Zur eigenen Sprache zurückfinden

Die Unzufriedenheit durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wächst exponentiell. Die Verantwortlichen in den Entscheideretagen, die mittelständischen Unternehmer oder die Führungskräfte, die ihre Umsatzzahlen vor Augen haben, diejenigen, die dieser Tage von einem Budgetmeeting zum anderen eilen, finden in vielen Fällen ihre eigene Stimme wieder, auch wenn der Ton sorgenvoll ist! Solidarität und Verantwortung heißen für sie inzwischen, den Weg zurück zur Normalität zu ebnen. In manchen Unternehmen wird bereits mit Hochdruck an Rückkehrszenarien für die nächsten Wochen gearbeitet.

Sie haben die Freiheit …

1. Sie haben die Freiheit selbst zu entscheiden, welchen Weg Sie persönlich beschreiten wollen, wie zuversichtlich und hoffnungsvoll Sie die nächsten Schritte gehen. Ihre kraftvolle Haltung – auch im Noch-Lock-Down – wird Ihrem nächsten Umfeld Orientierung geben.

2. Sie haben die Freiheit, die Realität der zurückliegenden Wochen als Entmachtung zu verstehen, oder mit geklärtem Blick und einem neuen Realitätsbezug nach vorne zu schauen. Ihre Energie wird Ihrem nächsten Umfeld Mut machen.

3. Sie haben die Freiheit, Verlorenes zu bedauern und auf dessen Wiederkehr zu warten, oder aber auf die eigene Angst zu schauen, daraus zu lernen und sich Neuem zu stellen. Ihre Klarheit in der Selbsterkenntnis und Ihre Akzeptanz einer veränderten Zukunft wird Ihrem nächsten Umfeld Vorbild sein.

Welche Sprache auch immer Sie sprechen, finden Sie zurück zu ihr und damit zum Vertrauen in Ihre eigenen Entscheidungen. So sind Sie auch in diesen Zeiten kraftvoll und wirksam.

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